Nawaz Sharif unter Druck

„Im Sommer keinen Strom und im Winter kein Gas.“ Dieser etwas überspitzte Satz ist in Pakistan zwar immer noch in aller Munde, doch zeigt der Druck von Imran Khan mittlerweile Wirkung. Ministerpräsident Sharif hat allein in den letzten zwei Monaten mit seinem Veto die üblichen Gaspreiserhöhungen blockiert. Dass er dabei auch die angekündigte Großdemonstration von Imran Khan am 30. November in Islamabad im Hinterkopf hatte, ist mehr als wahrscheinlich. Obwohl Imran Khan, der Franz Beckenbauer Pakistans, in den letzten Monaten nichts anderes als polarisiert hat und seine „Alles oder Nichts“ Besetzung des Regierungsviertels in Islamabad zu einem nervigen Randereignis verpufft ist, wird er bei den einfachen Menschen Pakistans immer populärer. Viele Intellektuelle, die noch im letzten Jahr große Hoffnungen auf einen demokratischen Wandel in Pakistan auf Khan gesetzt hatten, haben sich dagegen von ihm abgewendet. Khans Führungsstil seiner Partei P.T.I erinnert sie immer mehr an die politischen „Diktatoren“ Nawaz Sharif und Zardari: Innerparteiliche Diskussionen sind nicht erwünscht und wer dem Parteiführer nicht widerspruchslos folgt, fliegt aus der Partei.

Warum Imran Khan trotzdem bei der Masse der Menschen Pakistans immer beliebter wird und sein Satz „Nawaz go“ zu einem Dauerbrenner in Pakistan geworden ist, werde ich in einem Artikel aus Peschawar Ende Dezember genauer beleuchten.