Und wieder geht die Bombe hoch

Lahore, 3. November 2014

Einzig ein Krankenwagen rast unter Sirenengeheul die menschenleere Mall-Road in Lahore entlang, die sonst an einem Sonntag-Abend von tausenden Spaziergänger belebt ist. Zwei Stunden vorher, gegen 17.50 Uhr ist es wieder einmal passiert. 25 Kilometer östlich von Lahore strömten gerade lokale Touristen von der allabendlichen Grenzzeromonie an der Waggah Grenze zu Indien, durch die 600 Meter lange Sicherheitsschleuse nach draußen, da ging die Bombe hoch. 55 Tote, darunter viele Frauen und Kinder und mehr als 120 zum Teil Schwerverletzte waren die Folge.

Kurz nach dem heimtückischen Anschlag, bei dem ein junger Mann eine am Körper getragenen Bombe gezündet haben soll, bekannte sich die Jamaat-ul-Ahrar, eine Splittergruppe der pakistanischen Taliban zu dem Anschlag. Als Grund nannten sie Vergeltung für den Einmarsch der pakistanischen Armee in Waziristan.
Auch wenn dieser Anschlag mit Verspätung kam, hatten ihn fast jeder in Pakistan erwartet, denn die pakistanischen Taliban sind zwar geschwächt, aber natürlich nicht alle mit dem Boot in den Irak gefahren um sich der IS anzuschließen.